Sonntag, 26. August 2007

Husch Husch Husch die Eisenbahn

Züge gleich welcher Art sind die Leidenschaft meines Sohnes. Schon immer.
Das fing mit seiner Brio-Eisenbahn-Anlage an und geht über die H0 bei seinem Papa weiter. Aber am faszinierendsten findet er die echten Bahnen.
Je schneller je lieber, je größer je besser.

Er liebt Bahnhöfe, er erkundet Städte grundsätzlich erst mal ausgiebigst per S- und U-Bahn und sein Platz in Zügen ist immer genau der hinter dem Führerhaus. Da kniet er dann, schaut durch die abgedunkelten Scheiben und wenns sein muss sind stundenlang nur seine Schuhsohlen zu sehen und sogar von hinten sieht man, wie begeistert sein Blick über Hebel und Schalter schweift.
Kürzlich durfte er in einer U-Bahn ne ganze Linie lang im Cockpit (Heißt das bei U-Bahnen überhaupt so?) mitfahren und war stolz wie Oskar. Da strahlt dann alles an ihm.

Schon immer wollte er Lokführer sein, aber mit drei Jahren hat er seinen Berufswunsch überdacht und sich entschieden, Stadtplankorrektor zu werden. Damit alle, aber auch wirlich alle Städte und Dörfer ein anständiges Bahn- und Schienennetz bekommen und endlich alle, aber auch wirlich alle, auch die wie wir auf dem Lande lebenden, ihre Liebe zu seinem Hobby voll ausleben können.

Ich finde es wundervoll, ihn zu erleben, wenn er so ganz in seinem Bahn-Zug-Schienen-Element ist. Wenn er erklärt und recherchiert und sich begeistert. Und mich dazu. Also ... teilweise.

Wie lieb ich das habe. Wie lieb ich ihn habe!
Bis zum Mond und zurück - wird Zeit, dass sie da mal ne Zugverbindung hin kriegen!


PS:
Die hier hab ich für ihn gesiedet ... in der Hoffnung, er will das Motiv nicht schonen ;-)

foto folgt

Samstag, 25. August 2007

Fand ich schön:

Zum Geburtstag nur Gutes,
schöne Zeiten frohen Mutes,
beste Bücher, heit'res Lachen,
zum Essen nur gute Sachen
wünschen Dir zu Deinem "Runden"
herzlich unumwunden
T und M

Perlen des Glaubens - Wüste

Manchmal sind meine Wege so beschwerlich. Dann ist mein Leben wie eine Wüste. Einsam fühle ich mich und endlos weit muss ich gehen, da ist kein Mensch, der mit mir geht und kein Licht, das mit das Ziel zeigt.
Allein sein kann ich - ich bin mir dann selbst genug.
Einsam sein tut mir weh - ich komme dann nicht mehr weiter und habe keine Kraft mehr.
Ich brauche dann eine Schulter zum Anlehen, eine Umarmung, in der ich mich ausheulen kann, eine Stimme, die mir sagt, was ich tun kann, Hände, die mir helfen, mein Leben weiterzutragen.
In der Wüste bin ich weit weg von mir selber. Und weit weg von anderen Menschen. Und weit weg von dir.
In der Wüste zweifle ich und kämpfe nicht mal mehr.
In der Wüste merke ich nicht mal mehr, dass ich in der Wüste bin.
Aus der Wüste komme ich aber nur heraus, wenn ich sie erkenne und annehme und Wege nach draußen suche und gehe.
Das kann ich nicht allein.
Hilfst du mir?

Perlen des Glaubens - Taufe

Dass ich lebe, ist ein Geschenk. Ich lebe nicht aus mir allein.
Deine Liebe zu spüren ist wie ein Baum, der im Sommer Schatten wirft, ist wie eine Decke, die im Winter kuschelig wärmt, ist wie ein Wind, der über die Haut streichelt.
Nicht erst bei meiner Taufe hast du Ja zu mir gesagt - schon seit es mich gibt umgibt mich die Liebe.
Ich möchte sie spüren. Ich möchte deine Liebe spüren und die Liebe der Menschen, die um mich sind und die mir wertvoll sind.
Damit mein Ich ein Du hat.

Perlen des Glaubens - Ich

Ich bin, wie ich bin. Ich bin, wie ich geschaffen bin.
Ich bin eine Perle unter anderen Perlen.
Ich schaue mit Augen der Liebe auf viele Menschen und ich will auch mit Augen voller Liebe auf mich schauen.
Ich bin geschaffen und auf meinen Weg gestellt worden. Auf diesem Weg bin ich hingefallen, ich habe mich verletzt, ich bin angestoßen, ich habe Kratzer und Beulen und Macken. Aber ich bin gut so, wie ich bin.
Ich gehe meine Wege, so gut ich sie gehen kann. Und das ist gut genug.
Ich bin liebenswert, so wie ich bin. Ich bin geschaffen, so wie ich bin.
Und genau so wie ich Ja zu anderen Menschen sage, sage ich auch Ja zu mir. Und dabei schaue ich dich an.

40 - was jetzt erst?

Manchmal werde ich morgens wach und irgend etwas ist mir auf einmal völligstens klar. Tagelang über was nachgegrübelt und dann, eines Morgens, so ein Aha-Erlebnis.
Ich finde ja eh, die meisten Dinge regeln sich über Nacht. Den Seinen gibts der Herr nun halt mal im Schlaf.

Und vor ein oder zwei Jahren wurde ich morgens mal wach und dachte: Ab heute bin ich irgendwie alt.
Und ich war ganz glücklich darüber, wie gut sich das anfühlte. So warm und mit einem Lächeln.

Alt sein ist ja nicht gleich alt sein - ich verbinde mit dem älter werden eher so etwas wie gelassener werden. Eigentlich hab ich in meinem Leben immer wieder versucht, vermeintlich Versäumtes nach zu holen. Oder irgendwelchen Ansprüchen gerecht zu werden. Oder irgendwelchen Idealen nahe zu kommen. Ich bin immer irgend wem oder irgend was hinterhergerannt.
Je älter ich werde, desto unwichtiger ist mir das alles. Okay - ruhig ist anders. Aber ruhiger ist doch auch schonmal was!

Nachgeholt habe ich ... *schmunzelt* ... das ist erledigt. Also Rennen muss ich nicht mehr so.
Und egal, was die Welt von mir will: jetzt kann ich auch offiziell und durch Zahlen belegt sagen: Was wollt ihr denn alle? Ich bin 40 ... da kann alles, aber müssen tut da überhaupt gar nix mehr.

Ich finde das sehr erleichternd. Und wenn ich jetzt, so einem Tag nach dem offiziellen Eintritt in den Club der 40er, über mein Leben nachsinniere, dann war da sicher vieles, was falsch lief und noch mehr, was ich total vermasselt habe. Aber immerhin hat mich mein Leben da hingebracht, wo ich jetzt grade bin.
Und auch wenn das nicht die 100%ige Zielerfüllung ist - es ist gut so, wie es ist. Es ist sehr gut.

Und das (fast immer) zu wissen, das ist eine wahre Habseligkeit.

Und an dem "fast immer", da arbeite ich noch dran. Aber gaaaanz langsam.

Freitag, 24. August 2007

Bitte nimm doch meine Hände

Im Moment denk ich so viel an den Tod und ans Sterben.
Manchmal geht es so schnell ...
Da gibt es diese traurig-schöne Geschichte von Julie von Hausmann, die hat mir mal unser Pfarrer erzählt.
Julie hat den Mann fürs Leben getroffen, einen Pfarrer. Aber sie haben nicht viel voneinander, weil er muss ein paar Tage später nach Afrika. Er hat alles schon geplant und gebucht. Aber er will diese Frau nicht mehr loslassen und sie ihn auch nicht. Also verloben sie sich noch ganz schnell vor seiner Abfahrt und Julie reist ihm kurz darauf nach. Vor 150 Jahren reisten Frauen nicht alleine auf Schiffen nach Afrika – sie hat es trotzdem getan. Aber er hat sie nie am Hafen abgeholt. Drei Tage vor ihrer Ankunft ist er gestorben. Ihr bleibt nichts, als an seinem Grab zu knien, in dem ihre Liebe, ihre Zukunft und ihr Leben liegt.
Ein Scherbenhaufen.

Was, wenn ich auch davor stehe, so einen Scherbenhaufen zu hinterlassen? Aber ich werde es nicht verhindern können. Grade eben hat mir mein Schwager am Telefon gesagt, ich müsse loslassen lernen. Und ich habe gesagt: ich kann das nicht und ich kann nichts dafür, weil ich bin halt so.
In meinem Kopf kreisen tausend Gedanken, immer wieder die selben ... und ich bin nur noch am Heulen.
Und ich summe immer wieder dieses Lied, das sie hier auf fast allen Beerdigungen singen:

So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt. Wo du wirst gehen und stehen, da nimm mich mit.
In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Lass ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es will die Augen schließen und glauben blind.
Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht – du bringst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich.

Julie von Hausmann hat das geschrieben, als sie merkte, dass sie die Scherben niemals alleine würde wegräumen können.
Und eigenltich ist es gar kein Lied für eine Beerdigung, es ist mehr ein Lied für einen Neuanfang, fürs Leben.
Und ich würde das so gerne auch können ... loslassen, abgeben und meine Hände gehalten wissen. Aber ich fühle grade auch so gar nichts von seiner Macht.
Himmel hilf!

Donnerstag, 23. August 2007

An die Engel

nach dem Gedicht von Heinrich Heine

Das ist der böse Thanatos,
er kommt auf einem fahlen Roß;
ich hör den Hufschlag, hör den Trab,
der dunkle Reiter holt mich ab -
er reißt mich fort, mein Kind, das soll ich lassen,
o, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen.

Er ist mein Kind, er macht mich reich,
und geh ich in das Schattenreich,
wird er fast eine Waise sein.
Ich laß in dieser Welt allein
das Kind, das trauend meinem Mute
sorglos und treu an meinem Herzen ruhte.

Ihr Engel in den Himmelshöhn,
vernehmt mein Schluchzen und mein Flehn;
Beschützt, wenn ich im öden Grab,
das Kind, das ich geliebet hab;
Seid Schild und Vögte eurem Ebenbilde,
Beschützt, beschirmt, behütet mir mein Kinde.

Bei aller Trauer, die ihr je
Geweint um unser Menschenweh,
bei eurer eignen Schönheit, Huld und Milde,
beschwör ich euch, ihr Engel, schützt mein Kinde.

Memento

von Masha Kaleko

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind ?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; -
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.


Masha Kaleko ist meine ausgesuchte Lieblingsdichterin. Und dieses Gedicht von ihr liebe ich sehr.
Allerdings muss ich ihr heute vehement widersprechen.
Den eignen Tod mag man zwar nur sterben ... aber der Schmerz um die, die bleiben werden, und die Angst um sie und die Sorge, den trägt man mit sich.

Wie sollen sie leben, wenn ich nicht mehr da bin?

Ich taste auch grade todentlang im Nebel ... und grade so gar kein Licht am Ende des Tunnels.
Nur Angst.

Sonntag, 12. August 2007

Blauer Marmor - for men only



Mein Sohn hat geseift - eine Männerseife. Sie riecht nach Sweet Musk und ist was für "Männer und coole Frauen". Sieht gut aus, oder?

Johannes 4, 13-26

http://www.bibleserver.com/index.php

... Jesus und die Samaritanerin mit dem mehr als zweifelhaften Ruf führen ein theologisches Streitgespräch - eine wahrhaft revolutionäre Tat in der damaligen Zeit. ... Und die Frau öffnet sich ihm, weil sie spürt: das ist einer, der erkennt mich, ohne mich zu bewerten, ohne mich zu beurteilen, ohne mich zu verurteilen. ... Und plötzlich ist Gottes Geist mitten drin.
...
Dazu gibt die Geschichte von dem Gespräch am Brunnen Impulse: Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Meinung auf gleicher Augenhöhe miteinander reden, dann kann sich etwas verändern in der Welt.
Aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen miteinander umzugehn.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass wir, wenn wir das schaffen, ganz genau spüren: Da ist Gott. Überall und immer. Und immer wieder neu. Und überall da, wo wir ihn sein lassen.

Amen.

Du bist gegenwärtig

Luft, die alles füllet,
drin wir immer schweben,
aller dinge Grund und Leben,
Meer ohn' Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter.
Ich in dir,
du in mir,
lass mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden.
(Gerhard Teerstegen)

Eine wundervolle Liebeserklärung - ein Schatz sozusagen.

Das ist meine allerliebste Strophe aus einem meiner liebsten Kirchenlieder - Gott ist gegenwärtig, EKG 165.
Heute früh hab ich Gottesdienst gehalten, und als die Gemeinde diese Strophe sang - und ich natürlich lauthalt mit - da wurde mir ganz warm ums Herz. Ich in dir - du in mir.
Ist das nicht wunderschön?

Freitag, 10. August 2007

untitled

grade eben gelesen und noch nicht kommentiert:

und jetzt, wo ichs nochmal lese, denke ich: da ist jedes zusätzliche wort zu viel. denk ich an deutschland in der nacht ...

Quelle: spiegel.de, 9.8.2007

"Prekariat? Hier werden sie geholfen!"

Draußen vor der Tür wartet nicht nur das Sozialamt mit einer Fülle von hilfsbereiten Mitarbeitern, da ist auch eine Gesellschaft, in der die Idee von "Verantwortung" durch Begriffe wie "Maßnahmen" und "Fürsorge" ersetzt wurde. Eine Gesellschaft, in der die Vorstellung, dass Wohlstand etwas mit Arbeit und Leistung zu tun hat, als reaktionär und "sozial unverträglich" gilt. Und wer es wagt, die Frage zu stellen, ob für die Aufzucht von Kindern nicht vor allem die Eltern zuständig und verantwortlich sind, der wird sofort mit einer Einladung zu einem therapeutischen Gespräch bei Ursula von der Leyen abgestraft.
Etwas Gutes ist aber an der Sache doch dran. Es sieht nur so aus, als würde ein halbes Dutzend Sozialarbeiter eine Familie betreuen. In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Eine Familie sichert die Existenz von einem halben Dutzend Sozialarbeiter. Rund um die "Prekariat" ist eine Industrie entstanden, die von der Verwaltung der "neuen Armut" lebt.
Allein in Bad Homburg gibt es 20 Familien, die dafür sorgen, dass die Sozialarbeiter nicht arbeitslos werden.

Mittwoch, 8. August 2007

Agnes

Manche finden, „Agnes“ sei „nur“ eine Erzählung, viel zu oberflächlich und zu kurz, da bliebe zu vieles offen. Wie ein Malbuch, in das noch niemand gemalt hat.
Ich finde das nicht.
Peter Stamm kommt mit 150 Seiten aus und beschreibt darin die Beziehung zwischen einem Journalisten aus der Schweiz und einer amerikanischen Physikstudentin. Er schreibt über die Liebe und das Unvermögen, lieben zu können;
er schreibt über den Tod;
er schreibt über Nähe und Distanz;
er deckt mit einer wunderbar spröden, sachlichen, klaren Sprache, um die ich ihn wirklich beneide, menschliche Abgründe auf, die eigentlich jeder von sich selber in mehr oder weniger großem Ausmaß kennt.

„Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“ – so beginnt das Buch. Und die Geschichte, die Agnes tötet, ist die, die der Journalist selber schreibt. Anfangs beschreibt er nur das Kennen lernen, das sich Näher kommen der beiden. Als er beim Schreiben aber die Gegenwart einholt, wird seine Phantasie als Autor mehr und mehr der Leitfaden, nach dem beide, vor allem aber Agnes, ihr Leben leben.
Das führt dann letztendlich in die Tragödie. Ganz schlicht und ohne jede Dramatik kommt das Thema „Tod“ zur Vollendung.

„Agnes“ ist eins der Bücher, wie ich sie liebe – es liest sich eigentlich einfach, lässt aber jede Menge Raum für Phantasie, für eigene Gedanken und eigene Vorstellungen. Und so ist es für mich ein Buch mit jeder Menge Tiefgang geworden.

Dienstag, 7. August 2007

Von Menschen und Meerschweinen

Fipsi, Tiger und Gürteltier sind drei Meerschweindamen - und sie wohnen seit einer Woche bei uns.
Eigensinnige Wesen sind das, die gerne schnell die Flucht ergreifen.

Meerschweinchen lieben Menschen nicht, hab ich gelesen. Sie tun nur so, weil die ihnen ihr Futter bringen.
Meerschweinchen schnurren auch nicht, wenn man sie hält und streichelt. Sie brummen nur, um sich selbst die Angst zu nehmen vor dem, der sie da in den Fängen hält. Wohl fühlen sie sich nicht, hab ich gelesen.
Meerschweinchen werden irgendwann zutraulich, aber eine Beziehung zu "ihren" Menschen stellen sie nicht her. Sie arrangieren sich nur, hab ich gelesen.

So gesehen sind Meerschweinchen auch nur Menschen.
Schade eigentlich.

Sonntag, 29. Juli 2007

Starbucks


Urlaub in Berlin - was gibts da alles zu sehen ... Wahnsinn.
Woher die Zeit für alles nehmen?
Ich stehe in der großen Stadt ... a small small girl in a big big world ... und will alles auf einmal und überall zugleich und dies noch und das dann und wann könnte man denn da noch oder vielleicht doch lieber hier?
Das innerliche Chaos bricht aus - wie gut, dass jemand den Plan hatte ;-)

Auf jeden Fall hieß es, beim Essen Zeit zu sparen - ein Hoch den FastFood-Ketten. Ich glaube, wir haben so ziemlich alle durch.
Nur bei Starbucks waren wir nicht. Starbucks haben wir ja zu Hause ... eine ganze Schüssel voll Kaffeeseife.




Münchner Freiheit

Das Leben steckt voller Überraschungen und die Wege, die wir gehen, kreuzen sich manchmal unvorhergesehen.
Dann stehen Menschen, die sich nicht kannten, die sich nicht sahen, die sich nicht sehen wollten, sich gegenüber und sind erstaunt.
Vielleicht nimmt der eine die Hände des anderen in seine, vielleicht reden sie, vielleicht schauen sie sich auch nur an, weil ihnen die Wort fehlen.

Begegnungen sind immer auch Bewegungen. Aufeinander zu, voneinander weg, wieder näher heran oder doch ganz woanders hin? Wer weiß das schon.
Nichts ist für die Ewigkeit. Und vieles hält dem Leben nicht stand. Weil es sich die Freiheit nimmt, an dem festzuhalten, was ist und was war und was sein soll. Weil es seine eigenen Wege gehen will oder gehen muss.

Dann ist es gut, die Wege zu segnen.
Dann ist es gut, Erinnerungen zu haben.

Diese Seife heißt Münchner Freiheit, weil sie eine Erinnerung an einen Weg ist, der sich die Freiheit nahm, seine Richtung nicht zu ändern.

Blaue Welle




Die Seife, die richtig Lust auf Urlaub macht.

Eigentlich sollte sie marmoriert werden - naja - das hat nicht so ganz geklappt. Aber schön ist sie dennoch.

Drin ist - wie in allen meinen Seifen - viel Olivenöl, dazu ein bisschen Raps, Kokos und Soja. Sie ist hoch überfettet und unbeduftet, der Schaum ist unheimlich cremig.

Hätt ich mir mal nur das genaue Rezept gemerkt ...

Die Frau des Zeitreisenden



Endlich ein wirklicher Liebesroman weitab aller Weiten Cornwalls!

Mit „Die Frau des Zeitreisenden“ hat Audrey Niffenegger eine wunderbare Geschichte geschaffen, in der Henry, der unkontrollierbar durch die Zeit reisen muss, und seine Frau Clare sich finden und verlieren – nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit.
Immer wieder.
Und in der sie sich lieben – in allen Zeiten.
Immer wieder neu und immer wieder so voller Hoffnung und Zuversicht, dass es sehnsüchtig macht.


Natürlich ist das Buch durchzogen von Tragik – aber auch von Komik.
Und sicher ist es stellenweise kitschig – es ist keine Science Fiction, es ist nun mal eine Liebesgeschichte intensivster Ausprägung.
Aber Niffeneggers Stil, der so leicht und klar und vor allem so überraschen treffend ist, erlaubt es jedem, genau so viel „Schmalz uns Schmäh“ für sich herauszulesen, wie er zu ertragen bereit ist.

Sicher, das Buch ist kein literarisches Meisterwerk im klassischen Sinne und die Zeitensprunglogik, die ihm zugrunde liegt, wird mehr als einmal von der Handlung nicht nachvollziehbar durchbrochen, was mich – gerade am Ende – etwas genervt hat.
Seltsam fand ich den sicher nachträglich noch eingeschobenen Abschnitt über den 11. September – den hätte man, wenn schon, dann mit der Handlung besser verweben müssen, denn so wirkt er in seinem pflichtgetreuen Patriotismus einfach nur daneben.
Aber lesenswert ist Die Frau des Zeitreisenden allemal – ein richtig schönes Buch , ergreifend, verwirrend, vorhersehbar und doch immer wieder überraschend. Ich fand es beim zweiten Lesen sogar besser als beim ersten Mal - und das kommt selten vor.

Freitag, 27. Juli 2007

Die Stadt der träumenden Bücher


... von Walter Moers

Das ist echt ein Wahnsinns-Buch!
Moers verknüpft ja viele seiner Bücher miteinander - so auch zum Beispiel "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" und die Zamonien-Romane, von denen "Die Stadt der träumenden Bücher" einer ist.
Es geht um den legendären Hildegunst von Mythenmetz, der versucht, den Verfasser des wohl vollkommensten Textes, der jemals geschrieben wurde, zu finden.
Was er dabei erlebt steht in diesem Buch.
So gesehen ist es eine Biografie ... aber was für eine!

Moers erschafft keine Märchenwelt, er erschafft ein ganz neues Universum ... ich glaube, viele Menschen wären glücklich, wenn sie in ihrem ganzen Leben so viel Phantasie hätten, wie Moers sie in einem einzigen Kapitel dieses Romans auskippt.

Und mir fehlen auch die Worte, das zu beschreiben - man muss es einfach gelesen haben!

Mittwoch, 25. Juli 2007

Von Abschieden, von Gefühlen (2)

Was bleibt, wenn ein Mensch geht?
Gefühle, klar ... Angst, Wut und Schmerz vielleicht. Gerüche, Bilder, die man vor Augen hat, Erinnerungen an Erlebtes, an glückliche Momente.
Auf jeden Fall aber bleiben Worte.
Jeder Mensch hat seine Sprache - und doch bleibt manchmal nur Sprachlosigkeit, wenn ein Mensch geht ...

ich hab es lieb, dieses gedicht - wo wohnt nochmal die butter? - ich finde das sehr kurzweilig - ein kreuz auf deine stirn - dich, engel gottes, dem ein leben durch gottes güte in obhut gegeben
worte, die bleiben
yeaheah - täppchen? - taschenurwald - wurzelzwerge und schräte - schnurpsel - soßenbeförderungsschein - steiner - goethe
worte, die bleiben
nachtlicht - wir können nicht mehr miteinander reden - sternchenauge - urgewalt
worte, die bleiben
seelenfänger - telephon mit ph - nicht zu kreuze kriechen - zweifel - koblenz - minden - läden in minden - gelblinge - hotelzimmer - ich verstehe kein wort - rauschen in der leitung - chat - bilder von frauen
worte, die bleiben
klavier - orgel - hör mal, das ist geil - kopfhörer - blues - tränen - deine stimme
klänge, die bleiben
ich hab das lieb - zwiebelmettwurst - schlafröhrchen - fluffen - oliven - totdiskutieren - lust - hingegeben
worte, die bleiben
hier, wo alles begann, ein gruß - angst - distanz - abstand - freiraum - nähe - lieben - distanz - eine Frau - ein Mann - bär
worte, die bleiben
sprachlosigkeit
nichts, was bleibt

Halloween

draußen ist es dunkle nacht
die geister sind wieder aufgewacht
und spuken durch die straßen.

mein freund und ich, wir spuken mit
mit mama sind wir schon zu dritt
da sehn wir einen hasen.

(mein Sohn, Halloween 2006)

Fische im Herbst

Der Herbst ist wieder da
Das war ja jedem klar
Die Blätter werden bunt
Die Äpfel werden rund
Die Birnen werden weich
Und fallen in den Teich
Dort freuen sich die Fische
Und rufen: Kommt zu Tische.

Die Fische schwimmen fleißig
Zu ihrem Platz und Sitz
Es sind so etwa dreißig
Und einer erzählt einen Witz.

(mein Sohn, 8)

Glück

Da war diese Vulkanküste ... und mitten drin in den bizarren Lavaergüssen das Schwimmbecken, in das schon bei normalem Seegang immer mal eine Welle schwappte.
Daneben so eine kleine glattbetonierte Fläche mit einem Pfosten, an dem der Rettungsring hing - eine kleine Insel der Sicherheit inmitten der Wellen und der Klippen und der Stürme und dem Lavachaos.

Und dann war da dieser Tag, an dem die rote Flagge im Sturm wehte und die Wellen so hoch schlugen, dass das Schwimmbecken oft minutenlang nicht zu sehen war. Ein wahnsinniges Schauspiel - alles in Bewegung, es war so laut, so heftig, so genial ursprünglich und wild. Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr - der Sturm fegte jedes Wort ungehört hinweg ... aber eins war zu hören:
Komm!
Und ich musste da raus - ich musste in diesen Sturm und ich musste in dieses Chaos und ich musste das nicht nur sehen und hören, sondern spüren.
Ich weiß nicht mehr, wie ich meinen Mann und - mit Händen und Füßen - den Hotel-Aufpasser überzeugen konnte, mir zu helfen. Irgendwann gaben sie auf und halfen mir mit einem Seil und verständnislosem Kopfschütteln zu diesem Pfosten auf diesem nicht mehr sichtbaren Betonfleck.

Und dann stand ich da - wie Odysseus am Mast seines Schiffes, als die Sirenen sangen. Und da war der Sturm, da war das Meer, da war dieses Gefühl der Angst und der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins, aber da war auch dieses Eins-Sein mit dieser Macht, mit dieser Kraft, mit dieser Welt.
Festgeklammert an diesen Pfosten war ich losgelöst von allem und eins mit allem und ... ja - das war pures Glück.

Und jetzt ist es eine Habseligkeit.

Friede ist ein schlafendes Kind

Mein Sohn liegt in seinem Bett und schläft. So ruhig und friedlich liegt er da nach all dem Toben und Rennen des Tages.
Friede ist ein schlafendes Kind.

Jetzt bewegt er sich, reckt sich, murmelt etwas und wälzt sich ganz aufgewühlt hin und her ... um ganz plötzlich wieder völligstens ruhig zu werden. Was ihn belastete ist weggeträumt, die Ruhe kehrt wieder.
Friede ist ein schlafendes Kind.

Wenn alle Anspannung gewichen ist, wenn die Gesichtszüge offen legen, wie zerbrechlich die Kinderseele doch ist, wenn sich die Freude und das Lachen des Tages in dieses ganz leise Lächeln eines schlafenden Kindes legen, dann geht das ganz tief in mein Herz, Abteilung Habseligkeiten.

Wenn

Erinnerungen werden wach an einen Menschen, an Situationen, an Gefühle.
Wenn ich dieses Gedicht lese, dann zaubert es ein Lächeln auf meine Lippen und ein Sehnen in mein Herz. Ich höre eine Stimme, die es liest wie keine zweite.

Ich spüre das Glück mit geschlossenen Augen, greifbar wie nie zuvor in meinem Leben.
Ich falle hinein in dieses Gefühl - nicht denken, nicht fragen, nicht wissen, nicht wollen, nicht zweifeln, nicht zögern, nicht zagen.

Selig sein ... habselig sein ... lieben.

Heute schreibe ich es hier für meinen Sohn auf. Weil er es ist, der dieses Gefühl wieder in mir entflammt hat.

If
If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you;
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance for their doubting too;
If you can wait and not be tired by waiting,
Or being lied about, don’t deal in lies,
Or being hated, don’t give way to hating,
And yet don’t look too good, nor talk too wise:
If you can dream — and not make dreams your master;
If you can think — and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two imposters just the same;
If you can bear to hear the truth you’ve spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to, broken,
And stoop and build ‘em up with worn-out tools;
If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And lose, and start again at your beginnings
And never breathe a word about your loss;
If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the Will which says to them: “Hold on!”
If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with kings — nor lose the common touch,
If neither foes nor loving friends can hurt you,
If all men count with you, but none too much;
If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds’ worth of distance run
–Yours is the Earth and everything that’s in it,
And — which is more — you’ll be a Man, my son!
(Rudyard Kipling)

Montag, 16. Juli 2007

Tom Tom turn around

Manchmal chatte ich - manchmal chatte ich zu oft. Und noch öfter frage ich mich: Wieso chatte ich überhaupt?

Meistens reagiere ich mich im chat einfach ab, weil ich denke, es ist immer noch besser, irgendwelche Nicks anzupflaumen als reale Personen aus meinem Umfeld.
Manchmal heul ich mich auch aus, weil es einfacher für mich ist, das anonym irgendwelchen virtuellen Personen zu erzählen. Es ist wie Tagebuch schreiben - aber das Tagebuch antwortet.
Aber im Grunde wäre es schon mal an der Zeit, es einfach zu lassen. Oder doch nicht?

Und immer, wenn ich mir vornehme, nie, aber auch wirkich nie nie nie wieder zu chatten, dann treffe ich jemanden, der es einfach wert ist.
Einer davon ist Tom. Immer für einen Spaß zu haben und immer die Ruhe selber. Immer ein offenes Ohr und immer freundlich. Zu allen und jedem.
Und immer wieder macht er mir so ganz nebenbei eine Freude.

Danke, Tom!

Und für alle, die Tom kennenlernen wollen: http://www.defi-toms-homepage.de/

I believe I can fly

Da ist so ein kleiner Flugplatz hier in der Nähe ... und einmal im Jahr machen die ein Flugplatzfest. Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr dort - aber dieses Jahr hat mir jemand einen Flug versprochen ...

Ein verregneter Sonntag, die Wolken ganz tief, alles grau in grau, Migränetag, Kopfschmerzen, keine Flugzeuge in meinem Bauch, eher Presslufthämmer im Hirn. Ein super Tag zum in die Luft gehen.

Der Flughafen im Matsch, das Wetter keinen Deut besser, überall nörgelts nawärenwirdochbloßzuhausegeblieben beidemwetterkannstedochnichtfliegen.
Ich hasse sowas ja - bin ich nicht selber immer schon schlecht genug gelaunt?

Aber dann steht sie da ... eine Antonov. Doppeldecker. Überall dieses Wellblech, Rimowakofferdesign. Da will ich rein!

Und dann bin ich drin - die Motoren drehen hoch, es qualmt ... der Pilot erzählt mir irgendwas, aber was? Um mich herum nur schepperndes Blech, ich sitz mitten im Getöse von tausend ungedämmten PS. Soll er reden! Soll er machen, was er will - so lange er nur diese Maschine nach oben bringt.

Alles scheppert, alles wackelt, ständig sacken wir in ein anderes Luftloch ... mir ist so speiübel ... können Antonovs Loopings fliegen? Kurzes Stoßgebet ... bitteliebergottmachdasssieesnichtkönnen.

Ich geh vor ins Cockpit - da ist auf einmal überall nur Glas zwischen dem Himmel und mir ...

und der Himmel reißt auf und i believe i can fly ...

Das sind die Gefühle, die ich mir aufhebe.

Das sind meine Habseligkeiten.

Chakabumba

Sonne, Strand, Wasser, Urlaub - ich hänge meinen Träumen nach - plötzlich zerreißt ein Schrei die Stille:

Chakabumba!!!!

Ich werde schon alleine deshalb nie Bingo am Pool spielen, weil ich eben nicht Chakabumba durch die Gegend schreien werde.
Nee ....Chakabumba - so weit käms noch!

Aber dieses Wort ... es ist eins der Wörter, die alles sagen können.
Jedes Gefühl ist ein Chakabumba.

Ein Chakabumba!! kann unendlich motivierend sein.
Wird es dagegen zum Chakabummmmmba, zeigt es jedem seine Grenze. Halt - bis hierher und nicht weiter.
Und schmeichelt man den harten Lauten mit der Stimme, dann hat es diesen Schmelz, dann wird es zum gesprochenen Dackelblick.

Kinder reagieren auf dieses Wort mit einer Hingabe, mit einer Aufmerksamkeit - es ist unglaublich. Sie lieben das Wort, sie machen es zum Ausdruck ihrer Gefühle.
Wie geht es dir? -- Chakabumba. -- Alles klar.

Chakabumba ist inzwischen ein fester Bestandteil meines alltäglichen Wortschatzes geworden - ein Lieblingswort, eine kleine Habseligkeit.

Bingo!

Brujita

Er hatte den selben Vornamen wie mein Schwager,
sein Geburtsdatum und sein Alter ergaben genau meine Telefonnummer.
Das reichte mir um zu wissen: Dieser Mensch muss in meinem Leben eine Rolle spielen.

Er lebte in Spanien - ich liebte es, ihn spanisch reden zu hören, auch wenn ich kein Wort verstand.
Seit ich ihn kannte, habe ich immer wieder versucht, spanisch zu lernen - bisher von wenig Erfolg gekrönt. Aber ich habe inzwischen eine schöne Sammlung von Sprachkursen verschiedenster Art. Manchmal finde ich einen wieder zwischen Büchern im Regal ... und dann denke ich an den principe azul.

Einmal hätte ich ihn fast gesehen. Auf Mallorca, in einem Straßencafé.
Ich bin nicht hingegangen.
Ich stand da in Palma, mit meinem Mann und meinem Sohn in seinem Buggy und ich hab gesagt: Ich geh da nicht hin.

Ich weiß nicht, wo er jetzt ist, was er macht, wie es ihm geht ... und wenn ich an ihn denke und an seine Weisheiten und Ratschläge für mein Leben, dann ist das auch so eine kleine Habseligkeit. Und zwar eine ganz romantisch rosarote.

Schau nicht nach unten auf den Schmutz der Straße - der wird immer dort sein.Hebe deinen Blick der Sonne entgegen und lass ihr Licht sich in deinen strahlenden Augen widerspiegeln.Der Schatten, den du dabei wirfst, muss dich nicht kümmern - und er wird nur die stören, die in den Schmutz schauen. (il principe azul)

Von Abschieden, von Gefühlen (1)

Als mein Blick sich in deinem verfing
und sich um dich wand und sich nicht mehr von dir lösen konnte,
folgte ihm mein Verstand.
.
Ich hüllte dich in eine Seifenblase,
ließ dich in meinem Luftschloss wohnen,
nahm dich mit in meine Träume
und fiel dort gemeinsam mit dir in wattenwolkenweiche Himmelreiche.
.
Als meine Hände sich auf deinem Körper verliefen
und ich mich an dir festhielt und mich nicht mehr von dir lösen konnte,
folgte ihnen mein ganzes Selbst.
.
Ich folgte dir in die Seifenblase,
ich liebte dich in meinem Luftschloss,
nahm Träume für bare Münze
und fiel mit dir in die Unendlichkeit, um kurz darauf die Gipfel der Welt zu erreichen.
.
Als meine Augen in deinen versanken
und mein Blick dich durchdrang
und ich uns klar sah wie nie zuvor,kam ich wieder zu mir zurück.
.
Ich zerstach die Seifenblase,
öffnete die Türen meines Luftschlosses,
schenkte dir meine Träume
und ließ dich gehen, in deine junge, unbekümmerte Welt.
.
Jetzt lege ich mich manchmal auf meine Wiese,
schaue in den Himmel und zu den Gipfeln,
fühle mich jung und unbekümmert
.
.
.
.
und spüre eine Träne im Augenwinkel.

Sonntag, 15. Juli 2007

Die Seife und ich

Seit etwa einem halben Jahr mache ich nun ab und an Seifen.
Warum eigentlich?
Erstens natürlich weil es Spaß macht - ich liebe es, ein Hobby zu haben, das nicht grade so mal jeder hat.
Ich liebe es, mit Chemikalien zu werkeln und ich liebe diesen klitzekleinen Reiz des Verbotenen, weil ich grundsätzlich keine der empfohlenen Schutzkleidungsstücke trage und weil ich ab und zu sogar meinen Sohn ( 9 ) mitmachen lasse. Das hat dann für uns beide so etwas von Abenteuer. ;-)
Und ich liebe die Endprodukte - meistens jedenfalls.

Zweitens ist das Seife machen gut für mich - bin ich doch echt die Ungeduld vom Lande und muss nun wirklich oft in völliger Ungewissheit einfach nur warten und warten und warten.
Bis die Lauge kalt ist,
bis das Fett abgekühlt ist,
bis der Leim andickt,
bis die Seife gelt,
bis sie ausgekühlt ist,
bis sie hart ist,
bis ich sie schneiden kann und endlichendlichendlich sehe, wie sie eigentlich geworden ist.

Und dann hat Seife sieden für mich auch immer etwas mit gehen lassen zu tun.
Ich kann grundsätzlich keine Aquarelle malen, weil ich es hasse, wenn die Farben da hinlaufen, wo sie gar nicht hinlaufen sollen.
Ich brauche das, dass ich Dinge kann und weiß, wie sie ablaufen.
Beim Seifemachen macht - bei mir jedenfalls - die Seife, was sie will. Und ich kann sie machen lassen.
Natürlich diskutiere ich mit jeder misslungenen Marmorierung - und es gibt derer viele - aber ich werde zunehmend gelassener. Das wundert mich und tut mir gut.
Und wenn das mit den Marmorierungen auf Dauer misslingt, werde ich vielleicht Seifen-Therapeutin für gestresste Perfektionisten.
Das sind doch gute Aussichten, oder?

Hier sind die seifigen Schätzchen übrigens zu sehen:
http://www.pixum.de/members/leonora3

Samstag, 14. Juli 2007

Die Rose des Kleinen Prinzen - ein Buch von Consuelo de St. Exupéry



Antoine de St.Exupéry ist - spätestens seit er das Buch "Der Kleine Prinz" schrieb - so ziemlich jedem ein Begriff. Seine Frau Consuelo dagegen kennt kaum jemand.
Weil der Kleine Prinz ein wundervolles Buch ist und Antoine de St.Ex für mich immer Vorbildfunktion hatte, wollte ich mehr über das Leben der Frau erfahren, mit der er zusammen lebte, die seine Frau war. Deshalb hab ich das Buch "Die Rose des Kleinen Prinzen" gelesen, eine Autobiographie Consuelos.

Mme de St.Exupéry beschreibt im Tagebuchstil ihr Leben mit dem berühmten Flieger und Autoren. Sie hatte es nicht leicht, denn sie musste sich gegen die Ablehnung eines Großteils der Familie de St.Exupéry durchsetzen. Aber auch mit ihrem Mann hatte sie es nicht leicht - er war wohl, das interpretiere ich, nicht in der Lage, sie zu lieben. Er betrog sie, er ließ sie alleine, er vernachlässigte sie, er verriet sie. Und konnte sie doch auch nicht gehen lassen. Sie gehörte ihm.

St.Exupéry liebte nicht, er besaß. Sie im Gegenzug liebte ihn mehr als ihr Leben. Sie ließ alles zu, sie versuchte immer, ihn zu verstehen, sie verteidigte ihn, wo immer sie konnte, sie glaubte ihm, sie verließ ihn und kehrte zurück, wenn er ihr sagte: Komm! Er verließ sie und sie öffnete ihm die Tür, wann immer er wiederkommen wollte.

Das Buch hat mich schrecklich wütend gemacht. Wütend auf diesen Antoine, von dem ich immer glaubte, er sei wie der Kleine Prinz, von dem ich glaubte, er sei sensibel, verständisvoll, ehrlich, gütig. Ich meine - der Mann schrieb ein Buch für Kinder, das so voller Verständis, Weisheit und Liebe ist ... so voller Gefühl, Glück und Trauer und Hoffnung!
Wütend wurde ich aber auch auf Consuelo, die ihm erlaubte, so mit ihr umzugehen, wie er es tat. Ich hätte sie durchschütteln mögen, wachrütteln.
Ist das Liebe? Mitnichten. Wieso hat sie sich nicht gewehrt? Ich fand das sehr verletztend, sehr demütigend und - ja, was soll ich sagen, es hat mich einfach schrecklich wütend gemacht.

Nun stehe ich da, mit einem völlig neuen Blick auf einen Autoren, den ich liebte.
Mit einem sehr verständnislosen Blick auf seine Frau.
Und mit einem sehr traurigen Blick auf den Kleinen Prinzen, den ich dadurch verloren habe, dass ich seinen Autor kennenlernte.

Es gibt Bücher, die hätte man nie lesen sollen. Die Rose des kleinen Prinzen ist für mich eins davon.

Habseligkeiten

Habseligkeiten ... all die Kleinigkeiten, die es schaffen, mich selig zu machen.
Wenig wird viel. Dinge bekommen ihren ganz eigenen Wert.

„Habselig“ machen die Dinge, die ich als Kind in den Hosentaschen gesammelt habe.
Viel wird wenig. Besitz zerrinnt.
Habseligkeiten bleiben übrig, sind das, was vielen vom Leben noch bleibt, wenn alles zusammenfällt.
Wertlos wird wertvoll. Weil Erinnerungen und Gefühle vieles zum Glänzen bringen.
Vieles, was glänzt, darf gar nicht aus Gold sein.
Wörter werden wertvoll. Weil Gedanken, in Worte gefasst, die Habseligkeiten sind, die mir bleiben, egal, was passiert.

Und jetzt haben meine Habseligkeiten hier einen Platz gefunden und ich sitze lächelnd da und freu mich drüber.